Die Auswanderung der in Frankreich verfolgten Hugenotten war ein die europäische Geschichte prägendes Flucht- und Migrationsereignis und für die Stadt Erlangen von zentraler kultureller Bedeutung. Von 1560 bis 1760 waren über zweihunderttausend Hugenotten von religiöser Verfolgung und der daraus folgenden Diaspora betroffen. Die Hugenottenzeit ist in Erlangen ein elementarer Bestandteil der Stadtgeschichte und prägt das Stadtbild und Lebensgefühl bis heute. Die Ankunft der Hugenotten in Erlangen ist aber auch aus wirtschaftsgeschichtlicher Perspektive ein Ereignis von herausragendem Rang. Der Vortrag zeigt anhand von neu edierten Originalquellen, wie die Hugenotten und ihre neuen handwerklichen Techniken das Leben in Erlangen nachhaltig veränderten. Die neuen Erkenntnisse über die wirtschaftliche Organisation der Hugenottenmanufakturen wurden im Rahmen des interdisziplinären Universitätsbund-Projekts „E-HugO – Erlanger Hugenotten-Ordnungen Digital“ an der FAU Erlangen erarbeitet.
Die Geschichte des größten Erlanger Adelspalais Das Egloffsteinsche Palais wurde 1718-1733 von Ritterhauptmann Carl Maximilian von Egloffstein am damaligen Stadtrand als Dreiflügelanlage errichtet. Nach dem Verkauf durch dessen Erben 1739 war es Sitz des Amtshauptmanns, Universitätsgebäude, Waisen- und Armenhaus, Wohnhaus und lange Zeit Schulhaus, bis es 1957 zum städtischen Kulturzentrum umgebaut wurde. Der Referent zeichnet diese wechselvolle Geschichte auf der Grundlage eigener Forschungen nach. Neu erschlossene Quellen ermöglichen überraschende Erkenntnisse über die Erbauung und die Wohnverhältnisse im Adelspalais. Am Schluss steht die Frage, wie man mit dem noch erhaltenen historischen Baubestand umgehen sollte.
Ludwigskanal und Eisenbahnanbindung waren ab der Mitte des 19. Jahrhunderts Voraussetzung, dass Erlangen sich zur Industriestadt entwickelte. Noch Anfang des 19. Jahrhunderts galt die Hugenottenstadt als eine der ärmsten Kommunen Bayerns. Um 1900 waren Medizintechnik, Bier und Elfenbeinkämme aus der Regnitzstadt weithin begehrt. Während der Kanal nicht die hohen Erwartungen erfüllte, erwies sich die Bahn als Antriebsfeder des wirtschaftlichen Aufschwungs. Am Bahnhof trafen zeitweise drei Eisenbahnlinien aufeinander. Der reich bebilderte Vortrag erinnert an ein entscheidendes Kapitel der Erlanger Verkehrsgeschichte.
Einige Jahrhunderte älter als die Hugenottenstadt ist der nördliche Stadtkern Erlangens, die Altstadt. Das große Feuer im Jahre 1706 veränderte das Gesicht des einst mittelalterlichen Ortes. Wie Brautradition, Heiliger Martin und Eisenbahn diesen Teil der Stadt prägten, ist bei unserem Rundgang zu erfahren. Ebenso warum die beiden Schwesternstädte trotzdem lange Zeit verschiedene Welten blieben, indem wir den alten Rechten und Traditionen der Altstadt nachspüren. Treffpunkt: Martin-Luther-Platz, Portal Altstädter Kirche
Die lateinische Sprache ist allgegenwärtig. Nicht selten begegnen wir ihr im Alltag, ohne uns dessen überhaupt bewusst zu werden. Natürlich wissen wir um den erheblichen Einfluss des alten Roms und der Sprache auf die kulturelle Entwicklung nicht nur Europas weit über den Untergang des römischen Weltreichs hinaus. Freilich aber scheint das alles auch schon recht lange her zu sein. Nicht wenigen gilt Latein als eine „tote“ Sprache, die man im Grunde nicht mehr wirklich braucht, gewissermaßen als ein „Zombie“, der nur noch umgeht, um Schulkindern Angst zu machen. Der Vortrag lädt ein zu einer unterhaltsamen wie aufschlussreichen Suche nach dieser vermeintlich nutzlosen „Untoten“. Kurstipp: Sind Sie interessiert an der lateinischen Sprache? Die vhs Erlangen bietet in diesem Semester einen Schnupperkurs Latein ab dem 13. April an. Sie finden den Kurs unter der Kursnummer 26S621001.
Ergänzend zu den Vorträgen zur Familiengeschichtsforschung im Wintersemester beschäftigt sich dieser Kurs mit der Kurrentschrift. Über Jahrhunderte hinweg wurden Dokumente in Kurrentschrift geschrieben: Urkunden, Verträge, Einträge in Kirchenbücher, Briefe, Postkarten, Familienbücher - aber wer kann das noch lesen? Der Einsteigerkurs vermittelt elementare Grundkenntnisse und Hilfestellungen für das Lesen von Kurrentschrift. Danach üben wir das Lesen anhand von ausgewählten Dokumenten.
Im Kurs wird das Lesen von Dokumenten in Kurrentschrift geübt, vielleicht an einem Pfarrbuch oder einer anderen geeigneten Handschrift des 19. Jh. Die Teilnehmer können eigene Dokumente kleinen Umfanges als Übungstexte mitbringen. Wir üben und lesen nicht nur im Gesamtkurs, sondern auch in Kleingruppen. Das Ergebnis wird besprochen, ggf. ergänzt, berichtigt und fertiggestellt. Am letzten Kursabend sehen wir auf den Lern- und Übungsprozess zurück und bewerten unsere erworbenen Kenntnisse.
Die Erlanger Freimaurerloge "Libanon zu den 3 Cedern" wurde 1757 gegründet und ist somit eine der ältesten Vereinigungen in Erlangen. Sie kann auf über 260 Jahre nahezu ununterbrochene Tätigkeit zurückblicken. Bei dieser Führung durch das Logenhaus erfahren Sie, was Sie schon immer über die Freimaurerei wissen wollten: Was sind ihre geschichtlichen Ursprünge? Was sind die Grundideen? Wer sind die Freimaurer und was sind ihre Ziele? Treffpunkt: Erlanger Logenhaus, Universitätsstraße 25 In Kooperation mit der Freimaurerloge Libanon zu den 3 Cedern Erlangen
Seltene Einblicke in die sonst verschlossenen Magazine des Stadtarchivs gewährt diese Führung: Das Archiv ist Gedächtnis der Stadt und Ansprechpartner zu allen Fragen der Stadtgeschichte. Hier werden alle Unterlagen der Stadtverwaltung aufbewahrt, die historisch oder rechtlich bedeutsam sind. Darüber hinaus sammelt das Stadtarchiv viele weitere Zeugnisse zur Stadtgeschichte wie Vereins- und Firmenarchive, Nachlässe und Sammlungen von Privatpersonen. Der Leiter des Stadtarchivs informiert über die Arbeit eines Archivs und zeigt Originaldokumente aus mehreren Jahrhunderten Erlanger Stadtgeschichte. In Kooperation mit dem Stadtarchiv Erlangen
Siehe Ausschreibung des Kurses 26S201026
Der jüdische Friedhof auf der Bubenreuth zugewandten Seite des Burgbergs hat eine bewegte und bewegende Geschichte. 1891 in einer interreligiösen Feier eingeweiht, wurde er schon vor dem 50. Jahrestag seiner Eröffnung geschändet. Auf dieser Führung tauchen Sie ein in die Geschichte des Friedhofs, aber auch in die Geschichten der hier begrabenen Menschen, die nach jüdischem Glauben auf dem Friedhof ihre ewige Ruhe gefunden haben. Männer werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen. In Kooperation mit der Jüdischen Kultusgemeinde Erlangen Treffpunkt: Eingang zum jüdischen Friedhof am westlichen Ende der Rudelsweiherstraße
Der Film von Hermann Weiskopf zeigt eindrucksvoll Leben und Leiden des österreichischen Priesters Otto Neururer, der im Konzentrationslager Buchenwald aufgrund seiner Priestertätigkeiten ermordet wurde. Obwohl es im KZ strengstens verboten war, seelsorgerisch tätig zu sein, predigt Otto Neururer heimlich und nimmt KZ-Häftlingen unerlaubt die Beichte ab. Neururer war der erste Priester Österreichs, der in einem Konzentrationslager durch die Nationalsozialisten ermordet wurde.1996 wurde Otto Neururer von Papst Johannes Paul II. als Märtyrer seliggesprochen. Eine Kooperation mit BildungEvangelisch und der keb MitteIfranken
Wie lebte es sich zwischen 1933 und 1945 in Erlangen? Der Alltag wurde durch die Einbindung des Einzelnen in die „Volksgemeinschaft“ politisiert. Antisemitismus, Bücherverbrennung und Euthanasie warfen ihre Schatten auf eine Stadt, die mit dem Kriegsausbruch an der „Heimatfront“ lag. Eine besondere Rolle spielte die FAU, die als „erste nationalsozialistische Hochschule im Reich“ bekannt wurde. Der Rundgang spannt einen Bogen von der „Machtergreifung“ bis zum Kriegsende, klammert aber auch bedrohliche Kontinuitäten nicht aus. Treffpunkt: Ecke Hauptstraße / Südliche Stadtmauerstraße (gegenüber vom Geschäft Betten Bühler)
Wenn wir geschichtsträchtige Orte besuchen, so sind wir gewohnt, dass die Umgebung, die Atmosphäre, die Mauern und Gebäude uns ihre Geschichte erzählen und einen Eindruck ihrer Zeit vermitteln. Manchmal ist aber auch von einem noch so wichtigen Ort nicht mehr viel übrig. Und trotzdem muss seine Geschichte erzählt und bewahrt werden. So ist das auch im Falle des KZ-Außenlagers Hersbruck. Seit dem Krieg wurde das Gelände des Lagers weitgehend überbaut und heute erinnert nur wenig an die traurige Vergangenheit des Geländes. In Hersbruck befand sich von Juli 1944 bis April 1945 das zweitgrößte Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg. Neben der Geschichte des Lagers und seiner Topographie werden bei der Exkursion der Dokumentationsort sowie der Eingang zu einem Doggerstollen aufgesucht. In Kooperation mit den mittelfränkischen Volkshochschulen
Zwangsjacken, Ausbruchswerkzeuge, Suizidmittel, diagnostische Geräte, persönliche Dokumente: Das Bezirksklinikum Erlangen hat eine umfangreiche psychiatriehistorische Sammlung bewahrt. Der Vortrag gibt einen Einblick in die Vielfalt der Sammlung, zeigt auf, was diese Objekte über Behandlung, Kontrolle und den Alltag in der Anstalt erzählen – und diskutiert die ethischen Grenzen ihrer musealen Präsentation. In Kooperation mit den mittelfränkischen Volkshochschulen
Die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg ist bis heute stark westeuropäisch ausgerichtet. Der Krieg „im Osten“ hingegen bleibt hierzulande eine große Leerstelle. Dieses Unwissen steht in starkem Kontrast zu den Erinnerungen in den betroffenen Gesellschaften Osteuropas, für die der Krieg und die Besatzung zentrale historische Bezugspunkte sind. Der Vortrag thematisiert die lokale Dimension des Krieges – die Schicksale der Osteuropäer als Zwangsarbeiter in Erlangen. In Kooperation mit dem Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte
Spielhöllen, Freudenhäuser, Wettbüros: Auch Erlangen hat eine „lasterhafte Geschichte“, die wir bei einem kulturhistorischen Spaziergang erkunden wollen. Wir begegnen dabei bekannten und weniger bekannten Personen der Stadtgeschichte aus unterschiedlichsten Epochen. Auch kommen wir an Orte, wo man das Laster wohl am wenigsten vermutet hätte. Treffpunkt: Am WashPoint (Waschsalon) am Lorlebergplatz in Erlangen
Das zerklüftete Altdorfer Land birgt zahlreiche Geheimnisse. Noch heute bietet es Archäologen ein breites Arbeitsfeld. Wir besuchen auf unserer Wanderung einen der rätselhaftesten Orte der Gegend: die Kirche St. Michael. Nicht nur der Bau selbst hütet einige Geheimnisse. Auch ihr Standort und die unmittelbare Umgebung sind besonders. Erst in jüngerer Zeit gelang es hier, etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Rundweg, 11 km. Im Anschluss bestehen in Altdorf Einkehrmöglichkeiten. Treffpunkt: Am Bahnhof in Altdorf (S-Bahn-Endhaltestelle)
Die Gegend um Pettensiedel gehört nicht zu den klassischen Ausflugs- und Wanderzielen, liegt der Ort doch etwas abseits beliebter Wanderwege. Dabei mangelt es hier nicht an landschaftlichen und kulturhistorischen Höhepunkten. Auch das nahe Forth hat einiges zu bieten, so seine Jahrhunderte währende jüdische Geschichte. Wanderung (10 km) Treffpunkt: Am Bahnhof in Forth (Gräfenbergbahn)
Eine mächtige Burg prägt die einmalige Landschaft zwischen Heidenberg und dem Spalter Hügelland. Von hier aus bietet sich einer der wohl faszinierendsten 360-Grad-Blicke Mittelfrankens. Der Ort und sein Umland, besonders auch der Abenberger Wald, sind eine wahre Schatzkiste! Unser Weg führt zu den interessantesten Orten und Sehenswürdigkeiten des Abenberger Landes. Wanderung, 8 km. Im Anschluss bietet sich auf der Burg Abenberg die Möglichkeit zur Einkehr bei Kaffee und Kuchen an. Treffpunkt: Am Caritas Seniorenzentrum St. Josef in Abenberg (Mäbenberger Str. 7-9, 91183 Abenberg)
Bonn in den Jahren 1948/49: Die Juristin Dr. Elisabeth Selbert sitzt als Abgeordnete im "Parlamentarischen Rat", der zuständig ist für die Verabschiedung des Grundgesetzes der entstehenden Bundesrepublik. Hier kämpft sie für die Aufnahme des Satzes: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Die Sternstunde ihres Lebens kommt, als ihre Formulierung wörtlich in den Artikel 3 des neuen Grundgesetzes aufgenommen wird. Diese Veranstaltung ist ein Beitrag der vhs zum Programm rund um den Internationalen Frauentag am 8. März. Nach dem Film besteht die Möglichkeit zur moderierten Diskussion. (Sternstunde ihres Lebens, D, 2014, 88 Minuten)
Menschen sind ständig unterschiedlichen Quellen ionisierender Strahlung ausgesetzt – sei es natürlich oder durch menschliche Einflüsse. Dieser Vortrag bietet einen verständlichen Überblick über die verschiedenen Arten der Strahlenbelastung und ihre Ursprünge. Dabei werden die grundlegenden Prinzipien des Strahlenschutzes erläutert und aufgezeigt, wie sich Personen effektiv vor entsprechenden Risiken schützen können.
Der Tamang Heritage Trail ist ein bekannter Trekking-Höhenweg im Himalaya-Staat Nepal, der Wandernden das Tor zu einer magischen Welt aus Spiritualität, lebendiger Kultur und majestätischen Bergen öffnet. Christian Zombek nimmt Sie mit auf eine Bilderreise durch diese faszinierende Gebirgsregion. Die Autorin Andie Arndt wird zudem aus ihrem preisgekrönten Nepal-Roman „Das Herz des Leoparden“ lesen, der während ihrer zwei Jahre in Kathmandu beim Wiederaufbau der Region nach einem schweren Erdbeben entstand. Ein inspirierender Abend, der das Herz berührt und das Fernweh weckt.
Mit den Kriegsverbrecherprozessen in Nürnberg nach dem Zweiten Weltkrieg begann ein neues Kapitel in der Geschichte des Völkerrechts. Und nach dem Kalten Krieg schien die regelbasierte Weltordnung realistisch. Doch die Wirklichkeit ist eine andere, nicht erst seit Russlands Einmarsch in die Ukraine. Auch Israels Reaktion auf das Massaker vom 7. Oktober und der Militäreinsatz der USA im Iran werfen Fragen auf. Der Vortrag zeichnet den Weg seit 1945 nach und benennt doppelte Standards und blinde Flecken vor allem der deutschen Politik. Gerade Deutschland muss die völkerrechtlichen Standards einfordern. Das Recht verträgt keine Kompromisse. Der Vortrag findet im Rathaus Herzogenaurach (Sitzungssaal, 3. OG), Marktplatz 11, 91074 Herzogenaurach statt. In Kooperation mit der Volkshochschule Herzogenaurach
Bubenreuth ist seit über 70 Jahren Zentrum des deutschen Geigenbaus. In dieser Tradition steht Günter H. Lobe, Innungsobermeister, seit fast 50 Jahren in diesem tollen Beruf, mit ihm seine Tochter Hannah M. Lobe, Geigenbaumeisterin, als seine Nachfolgerin. Gemeinsam verbinden sie altes traditionelles Handwerk mit modernem Wissen, um Instrumente zu schaffen, die Musiker:innen weltweit begeistern. Erfahren Sie im Vortrag mehr über die Geschichte des Ortes, die Kunst des Geigenbaus und die gemeinsame Leidenschaft der Referent*innen.
Der Doku-Spielfilm entstand im ‚Frankenhof‘, dem Hallenbad in der Erlanger Innenstadt, das 1963 eröffnet und 2017 geschlossen wurde. Die Erlanger Regisseurin Diana Zeiler hat am letzten Öffnungstag eine Drehgenehmigung erhalten, um die quirlige Atmosphäre dieses beliebten Treffpunkts für Alt und Jung zu porträtieren. Die Schwimmhalle, das Solarium, die Sauna und der Ruheraum stellen nun ein einzigartiges historisches Dokument dar und werden beim Anschauen Erinnerungen an eigene Aufenthalte im Frankenhof wecken. Der Film führt anschließend auch noch ins Untergeschoss in die Technikräume, wo der Zutritt für Badegäste damals natürlich verboten war. Diana Zeiler sowie Schauspieler*innen und Mitwirkende berichten über das "Making of" des Films. D 2017, ca. 20 Min., Regie: Diana Zeiler. Mit: Agnes Heublein mit Sohn Felix, Rainer Thonn.
Die Forschungsstelle für religiöse Vielfalt der FAU und die Volkshochschule Erlangen bieten mit AGORA einen Raum für Gespräche über ein komplexes Thema, den Konflikt zwischen Israel und Palästina. Das Gespräch über dieses Thema ist immer schwierig, oft schmerzlich und führt regelmäßig in Konfrontation und zu verbalen Verletzungen. AGORA bietet einen Raum, in dem klare Regeln für die Debatte gelten. Die drei Nachmittage/Abende werden doppelt moderiert: einmal, um die Gesprächskultur zu wahren und zum anderen inhaltlich. AGORA möchte und kann keine Lösungen präsentieren, sondern einen Raum anbieten, an dem Menschen unterschiedliche Perspektiven austauschen können. Die thematischen Schwerpunkte liegen auf den Auswirkungen des Konfliktes auf Deutschland. In Kooperation mit der Forschungsstelle für religiöse Vielfalt an der FAU
Oft steht hinter Gewalttaten gegen wohnungslose Menschen ein rechtes Tatmotiv. "Sozialdarwinismus" wird das Einstellungsmerkmal genannt, mit dem schon die Nazis ihre Verbrechen an Menschen, die sie als sog. "Asoziale" markiert hatten, rechtfertigten. Mit dem Ende des NS-Regimes ist Sozialdarwinismus aber nicht verschwunden, was die Einstellungsforschung auch immer wieder zeigt. Auch die Gewalt gegen Wohnungslose war und ist weiter präsent. Täter*innen betrachten ihre Opfer als "wertlos" oder gar "schädlich“. Wie diese menschenverachtende Ideologie zu körperlicher Gewalt führt, wie sie strukturell angelegt ist, wie sie mit politischen Debatten und Entscheidungen zusammenhängt und wie wir gesellschaftlich und individuell etwas dagegen tun können, wird in dem Vortrag dargelegt. In Kooperation mit dem Verein Obdachlosenhilfe Erlangen e. V. und BildungEvangelisch
Verharmlosende sowie dehumanisierende und diskriminierende Sprache ist allgegenwärtig, die Grenzen des Sagbaren werden weiter und weiter ausgeweitet - in der Regel von Akteuren, die komplett offensichtlich agieren. In diesem Workshop werden wir uns gemeinsam und gegenseitig anhand von praktischen Beispielen für Neue Rechte Sprache und deren Mechanismen und Strategien sensibilisieren, sowie deren Funktionsweise und emotionale Einflüsse aufdecken.
In vielen Städten Deutschlands ist bezahlbarer Wohnraum Mangelware. Selbst „Normalverdiener*innen, nicht nur in Großstädten, müssen oft mehr als ein Drittel ihres verfügbaren Einkommens für Miete und Nebenkosten aufwenden. In der Ausstellung wird die aktuelle Wohnungsmarktentwicklung in Deutschland beschrieben. Sie nennt besondere Herausforderungen und stellt Wohnbau-Projekte vor, die auf kommunaler Ebene bereits verwirklicht wurden. Die Ausstellung erklärt verständlich Fachbegriffe und thematisiert, was noch zu tun ist. In Kooperation mit Refugium-Erlangen e.V.
Zuhören und Respekt gehören zu einem gedeihlichen Zusammenleben dazu. Die vhs Erlangen startete vor einigen Monaten ein Projekt der politischen Bildung vor Ort in Büchenbach, mit genau diesem Anspruch. In Gesprächen auf der Straße kam heraus, was Bürgerinnen und Bürger über ihren Stadtteil denken und wie sie das Leben in Büchenbach empfinden. Oftmals gelang es in diesen Gesprächen über die gesellschaftlichen und sozialen Verhältnisse in intensiven Austausch zu kommen. Dieser Vortrag berichtet davon und wir überlegen, wie man das Sprechen und Zuhören in der Öffentlichkeit fördern kann. In Kooperation mit der Martin Luther Kirche
Haben Sie schon einmal versucht, einen Beruf allein durch clevere Ja-Nein-Fragen zu erraten? Bei unserer neuen Reihe „Heiteres Berufe Raten“ hat das Publikum die Chance dazu! Zwei spannende Persönlichkeiten stehen auf der Bühne – doch was genau sie beruflich machen, bleibt vorerst ein Geheimnis. Mit Fragen wie „Arbeiten Sie im Freien?“ oder „Tragen Sie während Ihrer Arbeit eine Uniform?“ tasten Sie sich Schritt für Schritt an die Lösung heran. Ist das Rätsel gelöst, gibt es spannende Einblicke: Unsere Gäste plaudern aus dem Berufsalltag, erzählen Anekdoten und lassen Sie an ihren kuriosesten Erlebnissen teilhaben. Eine Gelegenheit zum Mitraten und Staunen – und ein Abend, der zeigt: Jeder Beruf ist auf seine Art faszinierend. Moderation: Sara Schrage und Elisabeth Preuß
Ionisierende Strahlung ist unsichtbar und für menschliche Sinnesorgane nicht wahrnehmbar – ihre Risiken werden daher oft unterschätzt. Aufbauend auf dem ersten Teil der Vortragsreihe (Kurs-Nr. 26S201043) behandelt dieser Abschnitt Strategien, um Gesundheitsgefahren durch Strahlung zu erkennen, zu bewerten und zu minimieren. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen, mit denen sich die Strahlenexposition auf ein akzeptables Niveau senken lässt.
Wer empfindet kein Bedürfnis nach Vergeltung von Unrecht? Aber: Wie soll, wie darf man auf Unrecht reagieren? Ein Blick in die Menschheitsgeschichte zeigt, dass ungezügelte Rache zerstörerisch wirkt. Schon im Alten Testament werden der Vergeltung rechtliche Grenzen gesetzt. Wie kann und muss Unrecht nach rechtsstaatlichen Maßstäben ausgeglichen werden? Dabei wird auch der aktuelle Nahostkonflikt unter diesem Blickwinkel beleuchtet. In Kooperation mit der Forschungsstelle für religiöse Vielfalt an der FAU
Haben wir nicht gerade noch 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland gefeiert? Wie passt das zusammen mit der drastischen Zunahme antisemitischer Straftaten, die sich seit 2022 mehr als verdoppelt haben? Der "7. Oktober 2023" treibt die Spirale des Judenhasses fast ungebremst an. Woher rührt dieses Wiedererstarken eines überwunden geglaubten Antisemitismus' mitten unter uns? Und warum ist dies auch ein Angriff auf das Zentrum unserer freiheitlichen Demokratie? In Kooperation mit der Jüdischen Kultusgemeinde Erlangen und der Stadtbibliothek Erlangen
Der Nahe Osten befindet sich bereits seit den arabischen Umbrüchen in einer Phase tiefgreifender Neuordnung. Die Ereignisse um den 7. Oktober 2023, der darauf folgende Krieg und die seit Oktober 2025 andauernden Friedensbemühungen zeigen nicht nur neue Machtverhältnisse auf, sondern rütteln auch an alten Gewissheiten über die Region und die Rolle der beteiligten Akteure – etwa der USA. Der Vortrag ordnet die jüngsten markanten Einschnitte in der nahöstlichen Geschichte ein und skizziert mögliche Szenarien der weiteren Entwicklung. In Kooperation mit "Werkstatt Demokratie heute"
Populistische Politik und Demokratie scheinen unvereinbare Gegensätze zu bilden. Das unterstreicht die Verachtung von Populisten gegenüber Recht und liberaler Demokratie. Daneben gibt es jedoch auch Bestrebungen, eigene politische Ziele als demokratisch zu bezeichnen: „illiberale Demokratie“, „plebejische Demokratie“ und „souveräne Demokratie“. Für ausgewählte europäische Länder sollen diese politischen Orientierungen beleuchtet werden (Deutschland, Polen, Ungarn). In Kooperation mit der Stadtbibliothek Erlangen
Die „Lebendige Bibliothek“ ist keine gewöhnliche Bibliothek: Hier werden Menschen selbst zu „lebendigen Büchern“. Besucher*innen haben die Möglichkeit, diese „Bücher“ für ein Gespräch „auszuleihen“ und direkt in ihre Lebensgeschichten, Erfahrungen und Perspektiven einzutauchen. Ziel ist es, Dialog zu fördern, Vorurteile abzubauen und Empathie zu stärken. Die "Lebendige Bibliothek" schafft eine lebendige Plattform, auf der Geschichten erzählt, Erfahrungen geteilt und Verbindungen geknüpft werden können.
Kaum je hatte eine Zwischenwahl in den USA mehr Bedeutung als diesmal. Das Ausmaß, in dem die Demokratie seit Beginn der zweiten Amtszeit von Donald Trump Schaden erlitten hat, ist offensichtlich. Die Spaltung des Landes ist tiefer denn je. Der Einsatz von Nationalgarde und Militär im eigenen Land befeuert Befürchtungen, es könnten bürgerkriegsähnliche Zustände ausbrechen. Zudem heizt der US-Präsident selbst Spekulationen an, er könnte entgegen der Verfassung eine weitere Amtszeit anstreben. Werden die Wähler Trump einen Dämpfer versetzen? Nicht nur für die USA steht viel auf dem Spiel, sondern für die ganze Welt.
Die Militarisierung der Welt hat ein nie gekanntes Ausmaß erreicht. Die Kriege im Nahen und Mittleren Osten sowie der russische Überfall auf die Ukraine haben die Rüstungsetats geradezu explodieren lassen. Die alten Rüstungskontrollabkommen, ob atomar oder konventionell, sind ausgelaufen oder aufgekündigt worden. Mit Cyber- und Hybridkriegen sind völlig neue Bedrohungen hinzugekommen. Auch China rüstet unaufhörlich auf. Die früheren Rüstungsbegrenzungs- und Abrüstungsabkommen wurden zur Hochzeit des Kalten Krieges abgeschlossen. Wäre es deswegen nicht gerade jetzt Zeit für einen neuen Anlauf?