Theorie und Geschichte der Fotografie
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Sie intereressieren sich für die Historie der Fotografie und möchten mehr über wichtige Fotograf*innen erfahren? Dann sind Sie hier richtig! Praktische Fotografiekurse finden Sie im Bereich Beruf und Computer.
Zeitlebens war der amerikanische Fotograf W. Eugene Smith (1918–1978) ein unbequemer Einzelgänger. Er scheute keinen Konflikt, um die Kontrolle über seine Bilder bis zur Veröffentlichung zu behalten und arbeitete bis zur Erschöpfung. Seine Foto-Essays gingen weit über eine distanzierte journalistische Arbeit hinaus. Diese zeigten, was er sah, fühlte und erlebte mit außergewöhnlicher Kunstfertigkeit. Weltweite Anerkennung erhielt er für seine Dokumentation der industriellen Quecksilbervergiftung des japanischen Fischerdorfs Minamatu.
2026 jährt sich die Erfindung der Fotografie zum 200. Mal. Lange Zeit galt sie als Handwerk. Erst im 20. Jahrhundert wurde sie als Kunstform anerkannt, gesammelt und ausgestellt. Wir beschäftigen uns u.a. mit den Pionieren der Technik, Nadar und Eadweard Muybridge, mit den Pflanzenserien von Karl Blossfeldt, mit den Bauhaus-Vertretern Gertrud Arndt, T. Lux-Feininger, Lucia Moholy, mit der Entwicklung der Straßenfotografie, dem Erfolg der von Bernd und Hilla Becher begründeten Düsseldorfer Fotoschule samt deren erfolgreichen Schülern Candida Höfer, Thomas Ruff und Thomas Struth, sowie den Grandes Dames der bundesdeutschen- und DDR-Fotografie Sibylle Bergemann, Barbara Klemm, Herlinde Koelbl und Helga Paris.
August Sander (1876–1964) gehört zu den bedeutendsten deutschen Porträtfotografen des 20. Jahrhunderts. Berühmt wurde er durch sein Fotografie-Projekt Menschen des 20. Jahrhunderts, für das er über Jahrzehnte hinweg Porträts von Menschen unterschiedlicher Berufe und Gesellschaftsschichten anfertigte. Sander reiste hierfür regelmäßig in den Hunsrück und den Westerwald, um Bauern und Handwerker zu fotografieren. In diesem Online-Vortrag erkunden wir das Lebenswerk des Fotografen, analysieren ausgewählte Porträts und entdecken, wie seine Arbeit gesellschaftliche Strukturen dokumentiert und bis heute Fotograf*innen beeinflusst.
Richard Avedon war wohl der berühmteste Fotograf des 20. Jahrhunderts. Mitte der 1940er-Jahre wurde er als Modefotograf bekannt, doch widmete er sich immer auch anderen Genres, vor allem dem Porträt. Mit unglaublicher stilistischer Bandbreite schuf Avedon Bilder von Eleganz, Perfektion und Originalität. Er beherrschte die großartige, bisweilen opernhafte Inszenierung ebenso wie das emphatische, ungeschönte Porträt. Einige seiner Arbeiten sind Teil des kollektiven Gedächtnisses geworden, wie „Dovima mit Elefanten“ oder „Nastassja Kinski mit der Schlange“. Diese geradezu ikonische Arbeiten stehen neben schonungslosen Serien über seinen hochbetagten Vater oder auch über einfache Menschen des amerikanischen Westens.