Engelhardt, Thomas
Studium von Geschichte, Soziologie, Politologie, Germanistik und Philosophie an den Universitäten Freiburg und Erlangen-Nürnberg. Nach Staatsexamina für das Lehramt an Gymnasien Mitwirkung am Aufbau des Museums Industriekultur in Nürnberg. Von 1985 bis zum Ruhestand 2015 am Stadtmuseum Erlangen zunächst als wiss. Mitarbeiter und dann als dessen Leiter tätig. In dieser Zeit richtete er zahlreiche Ausstellungen zur Stadt- und Kulturgeschichte aus, oft in Zusammenarbeit mit der Universität. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Erlanger Stadtgeschichte. Während der letzten Jahre konzentrieren sich seine Untersuchungen auf die Heil- und Pflegeanstalt Erlangen und die Krankenmorde der NS-Zeit. Seit 2022 ist er zweiter Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Erlangen.
Die Geschichte des größten Erlanger Adelspalais Das Egloffsteinsche Palais wurde 1718-1733 von Ritterhauptmann Carl Maximilian von Egloffstein am damaligen Stadtrand als Dreiflügelanlage errichtet. Nach dem Verkauf durch dessen Erben 1739 war es Sitz des Amtshauptmanns, Universitätsgebäude, Waisen- und Armenhaus, Wohnhaus und lange Zeit Schulhaus, bis es 1957 zum städtischen Kulturzentrum umgebaut wurde. Der Referent zeichnet diese wechselvolle Geschichte auf der Grundlage eigener Forschungen nach. Neu erschlossene Quellen ermöglichen überraschende Erkenntnisse über die Erbauung und die Wohnverhältnisse im Adelspalais. Am Schluss steht die Frage, wie man mit dem noch erhaltenen historischen Baubestand umgehen sollte.