Escher, Georg
Georg Escher war lange Jahre außenpolitischer Redakteur bei den Nürnberger Nachrichten. Heute schreibt er außenpolitische Kolumnen für die relevanzreporter.de. Seine journalistische Ausbildung absolvierte er an der Deutschen Journalistenschule (djs) in München. Schwerpunkte seiner journalistischen Arbeit sind die weltpolitischen Krisenfelder, vom Mittleren und Nahen Osten über Afrika bis hin zu Osteuropa. Selbstverständlich gehören auch die EU sowie die USA (wo Escher an der Ohio State University studierte) dazu.
Kaum je hatte eine Zwischenwahl in den USA mehr Bedeutung als diesmal. Das Ausmaß, in dem die Demokratie seit Beginn der zweiten Amtszeit von Donald Trump Schaden erlitten hat, ist offensichtlich. Die Spaltung des Landes ist tiefer denn je. Der Einsatz von Nationalgarde und Militär im eigenen Land befeuert Befürchtungen, es könnten bürgerkriegsähnliche Zustände ausbrechen. Zudem heizt der US-Präsident selbst Spekulationen an, er könnte entgegen der Verfassung eine weitere Amtszeit anstreben. Werden die Wähler Trump einen Dämpfer versetzen? Nicht nur für die USA steht viel auf dem Spiel, sondern für die ganze Welt.
Die Militarisierung der Welt hat ein nie gekanntes Ausmaß erreicht. Die Kriege im Nahen und Mittleren Osten sowie der russische Überfall auf die Ukraine haben die Rüstungsetats geradezu explodieren lassen. Die alten Rüstungskontrollabkommen, ob atomar oder konventionell, sind ausgelaufen oder aufgekündigt worden. Mit Cyber- und Hybridkriegen sind völlig neue Bedrohungen hinzugekommen. Auch China rüstet unaufhörlich auf. Die früheren Rüstungsbegrenzungs- und Abrüstungsabkommen wurden zur Hochzeit des Kalten Krieges abgeschlossen. Wäre es deswegen nicht gerade jetzt Zeit für einen neuen Anlauf?