Rudtke, Dr. phil. Tanja
Tanja Rudtke ist promovierte Literaturwissenschaftlerin und hat an verschiedenen Universitäten gelehrt (zuletzt in Seoul/Südkorea). Ihr Interesse gilt neben verschiedenen Formen biographischen Schreibens insbesondere der literarischen Kulinarik. Seit 2022 ist sie außerdem erster Vorstand der Goethe-Gesellschaft Erlangen.
Psychische Krankheitsbilder in der Literatur sind ein häufiges erzählerisches Phänomen. Der Wahnsinn hatte in Romantik und Expressionismus geradezu Hochkonjunktur. Dabei ist er kulturgeschichtlich und medizinisch ein mehrdeutiger Begriff, der kritisch hinterfragt werden muss, da sich das Verständnis davon, was „krank“ ist, immer wieder verändert. Auch in der deutsch-sprachigen Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts, vor dem Hintergrund differenzierter medizinischer Diagnostik, sind von der Norm abweichende geistige Zustände auf vielfältige Weise präsent. Von autofiktionalen Texten bis zur von der Art Brut inspirierten Dichtung reicht das Spektrum, das in diesem Vortrag aufgezeigt wird. Eintritt: Gäste 5€ / Mitglieder, Studierende und Personen mit ErlangenPass frei
Wir schreiben über uns selbst, um Erlebtes festzuhalten und zu reflektieren. Doch wie und für wen schreibe ich eigentlich? Wie gestaltet sich der Übergang von der persönlichen Erinnerung zum literarischen Kunstwerk? Diesen Fragen gehen wir im Kurs nach. Das Ausprobieren von Textformen wie Gedicht, Beschreibung oder Dialog liefert Schreibimpulse, um uns verschiedenen Lebensthemen anzunähern und ihnen Ausdruck zu verleihen. Beispiele aus autobiographischer beziehungsweise autofiktionaler Literatur geben uns zusätzlich Anregung und Inspiration. Dabei ermutigt das wertschätzende Feedback in der Gruppe, es liefert überraschende Perspektiven und unterstützt den eigenen Schreibprozess. Bitte mitbringen: Schreibutensilien, ein Erinnerungsfoto und einen persönlich bedeutsamen Gegenstand