Studium generale - Wendepunkte des Denkens

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Dienstag, 06. März 2018 um 19:00 Uhr

Kursnummer 18S201006
Dozent Dozententeam
erster Termin Dienstag, 06.03.2018 19:00–21:15 Uhr
letzter Termin Dienstag, 17.07.2018 19:00–21:15 Uhr
Gebühr 180,00 €
Ort Friedrichstr. 17, Aula
91054 Erlangen

Kursort

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Dienstag, 6. März 2018
Aristoteles. Gründungsfigur der abendländischen Philosophie und Wissenschaft


Prof. Dr. Maximilian Forschner
Kaum ein Denker hat die westliche Welt so geprägt wie Aristoteles. Seine innovativen Leistungen beziehen sich auf nahezu alle Gebiete des geistigen Lebens, auf Philosophie und Wissenschaft, auf Dichtung und Religion, auf Ethik und Politik. Wenn auch sein Weltbild durch die Entwicklung der neuzeitlichen und modernen Wissenschaften abgelöst wurde, vermögen seine philosophischen Schriften im Blick auf ihre Begriffsklärungen, Analysen und methodischen Überlegungen auch heute noch zu überzeugen. Der Vortrag wird das beeindruckende Werk des Aristoteles in seinen Grundzügen vorstellen.

Dienstag, 13. März 2018
2000 Jahre Christentum: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einer Weltreligion


Prof. Dr. Ralf Frisch
Das Aufkommen des Christentums stellt unbestritten einen bedeutenden Wendepunkt der abendländischen Kultur dar. Bis in die Gegenwart hinein prägen christliche Werte unseren Alltag. Auch für Atheisten oder Andersgläubige werden die Inhalte der den Menschen betreffenden Gebote i.d.R. als sinnvoller Konsens eines guten Miteinanders angesehen. Doch was sind die Herausforderungen des Christentums in der heutigen Zeit? Kann die christliche Religion zur Friedensstiftung beitragen und wie sieht wohl ihre Zukunft aus?

Dienstag, 20. März 2018
Denken wie gedruckt. Gutenbergs Buchdruck als Wendepunkt der Schriftkultur


Dr. Christine Sauer
Die Erfindung des Buchdrucks kann man mit einer Kultur- oder Medienrevolution vergleichen: Die von Johannes Gutenberg eingeführte Gießmaschine erlaubte es seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, identische
Exemplare eines Texts in großer Zahl auf den Markt zu bringen. Die Flut der nun entstehenden Bücher revolutionierte nicht nur das Buchgewerbe. Relativ schnell erkannte man, dass das neue Medium mehr Möglichkeiten bot als die Vervielfältigung gelehrter lateinischer Texte: In der Reformation wurde mit in der Volkssprache produzierten Flugschriften eine Bewegung der Massen ausgelöst. Auch dank der Druckmedien festigte sich der neue Glaube.

Dienstag, 10. April 2018
Leonardo da Vinci - Universalgenie an der Schwelle der Neuzeit?


Prof. Dr. Christian Thiel
Leonardo da Vinci ist uns vor allem als wegweisender Maler und Kunsttheoretiker, aber auch als Erfinder und Ingenieur bekannt. Ihn als Philosophen und als Wissenschaftler im modernen Sinn zu bezeichnen, ist aber eher fragwürdig. Spärliche Kenntnisse über seine Persönlichkeit, das geistige Umfeld und die Beziehungen zu bedeutenden Gestalten der Renaissance lassen vieles an Leonardo immer noch geheimnisvoll erscheinen. Die Einzigartigkeit dieses Mannes am Beginn der sog. Neuzeit ist unbestritten, doch eignet er sich wirklich als Namensgeber unserer heutigen, in mehrfacher Hinsicht ambivalenten "Leonardo-Welt"?

Dienstag, 17. April 2018
Neue Welten - Neues Denken. Weltreisende und die Geopoetik der Entdeckung


Dr. Jamile Do Carmo
Die Entdeckungsreisen des XV. Jahrhunderts prägten die ganze Welt. In Bezug auf die großen Reisenden ist die Schlüsselfrage nicht nur, "was" sie in der Neuen Welt gesehen haben, sondern "wie" sie es gesehen haben. Anstelle der Exklusivität pragmatischer Betrachtungen spielte vielleicht hier der Wahrnehmungsprozess die wichtigste Rolle. Die Neue Welt öffnete ihre Pforten zu anderen Existenzen, und all das ist in Bildern und Worten in verschiedenen Werken dargelegt worden. Eine geopoetische Odyssee.

Dienstag, 24. April 2018
Copernicanische Wende. Der Umsturz des Weltbildes bei Galilei und Kepler


Dipl.-Phys. Johannes Hölzl
Den Anstoß, zu überdenken, ob Erde oder Sonne im Zentrum des Planetensystems stehen, gab Nicolaus Copernicus. Das Fundament einer neuen Astronomie legte jedoch erst Johannes Kepler, indem er die elliptischen Planetenbahnen erkannte und deren Bewegung beschreiben konnte. Galilei fand schließlich mit dem Teleskop wie auch mit der schiefen Ebene wichtige Argumente für den Heliozentrismus. Der Vortrag zeichnet nach, wie Schritt für Schritt ein neues Weltbild entstand, welch tiefgreifende Veränderungen im Denken daraus hervorgingen und macht sichtbar, wie sich Himmel und Erde näher kamen.

Dienstag, 8. Mai 2018
Kant - ein Revolutionär und seine Kinder


Dr. Heinz Neumann-Riegner
Machten die Deutschen die Revolution im Kopf, während die Franzosen Köpfe rollen ließen? "Kant war unser Robespierre", so Heine 1831. Die Kopernikanische Wende, die man Kants Subjektphilosophie zuschreibt, war zwar nicht ganz so neu, aber doch ein wuchtiger Anstoß für die jungen Wilden um die Wende zum 19. Jahrhundert, insbesondere für die in Tübingen und Jena wirkenden Autoren der Zeit. Was diese unter dem Eindruck der Französischen Revolution und Kants "Umwälzung der Denkungsart" schrieben, markiert das geistige Spannungsfeld bis heute als Schauplatz kultureller, politischer und sozialer Revolutionen.

Dienstag, 15. Mai 2018
Die Entdeckung der Kindheit: Jean-Jacques Rousseau als pädagogischer Wendepunkt


Sonja Pohl, M.A.
Dass Säuglinge nicht von einer Amme gestillt und durch festes Wickeln eingeengt werden sollten, erscheint uns heute selbstverständlich. Doch dass es bereits im 18. Jahrhundert jemanden gibt, der sich für die freie Entfaltung des Kindes ausspricht, der Verbote und Züchtigung ablehnt und fordert, dass das Kind die Welt selbst entdecken, anstatt durch Bücherstudium kennenlernen soll, ist eher erstaunlich - und diese Gedanken wirken nach: von Pestalozzi über Montessori bis hinein in die heutigen reformpädagogischen Schulen. Auch in Form der antiautoritären Erziehung hat Rousseau Spuren hinterlassen.

Dienstag, 5. Juni 2018
"Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit": Die Revolutionsideale im Spiegel der Zeit


Christian Schäfer, M. Ed.
Die Französische Revolution war nicht nur ein politisches Erdbeben für das Europa des späten 18. Jahrhunderts, sondern verhalf auch den gesellschaftlichen Ideen der aufgeklärten Denker der Zeit zu ganz neuer Bedeutung. Viele Grundprinzipien der neuen Republik, allem voran die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte, haben unser Demokratieverständnis maßgeblich geprägt. Im Vortrag betrachten wir das politische Denken der Französischen Revolution und fragen nach seiner Bedeutung gestern und heute.

Dienstag, 12. Juni 2018
"Glauben heißt, nicht wissen": Der Positivismus als neue Wissenschaftsreligion?


Dr. Rüdiger Inhetveen
Philosophen haben schon in der Antike recht klare Vorstellungen dazu entwickelt, wie man Wissenschaft zu betreiben habe. Einig sind sie sich nie geworden. Unbestritten aber ist ein großer Einschnitt in Bezug auf das wissenschaftliche Weltbild, ja geradezu deren eigentlicher Auftakt, im Positivismus zu sehen, der auf den Franzosen Auguste Comte (19. Jahrhundert) zurückgeht. Diese philosophische Richtung und deren Auswirkungen auf das heutige Wissenschaftsverständnis sollen vorgestellt und erörtert werden. Hierbei erfahren Sie auch, welche Rolle die sog. "Erlanger Schule" im philosophischen Wissenschaftsstreit spielt.

Dienstag, 19. Juni 2018
Die Geburt der Großstadt. Nietzsches expressionistische Städte


Prof. Dr. Theo Elm
Im Zuge des wilhelminischen Industriebooms überwuchern Anfang des 20. Jahrhunderts die Großstädte das Land. Es kommt - mit Nietzsche formuliert - zu einem "Hinfall der Werte", was er keineswegs als eine rein pessimistische Diagnose versteht. Die Sinnleere der Großstadt bietet auch Raum für Neues: Expressionistische Gedichte zeigen neben den Bildern des Verfalls ebenso Motive rauschhafter Daseinserfahrung. Gleichzeitig gedeihen Utopien wie der Kommunismus, aber auch der Faschismus auf dem Nährboden neuen städtischen Lebens. In dem Vortrag werden die entsprechenden Zusammenhänge dargestellt und durch literarische Beispiele verdeutlicht.

Dienstag, 26. Juni 2018
Von der Couch zur Erkenntnis: Sigmund Freud und Nachwirkungen


Dipl.-Psych. Michael Galle-Bammes
Der Wiener Arzt Sigmund Freud behandelte psychisch erkrankte Menschen und entwickelte daraus um 1900 die Untersuchungs- und Behandlungsmethode der Psychoanalyse. Mit dem Ziel, die Handlungsgründe einer Person zu erkennen und Verhaltensmuster zu verstehen, entstand ein umfangreicher Theoriekomplex, der auf erbitterten Widerstand traf und trifft. Es ist keineswegs Konsens, dass all unser Verhalten durch unbewusste Motive und Triebe gesteuert ist. Dennoch ist die Bedeutung der Psychoanalyse für die Psychotherapie und ihr Einfluss auf unser heutiges Denken erheblich.

Dienstag, 3. Juli 2018
"Blut und Boden" - Rassenideologie, Lebensraumtheorie und Massenmord in der NS-Herrschaftsidee


Dr. Herbert Sirois
Etliche Jahre vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten hatte Hitler in "Mein Kampf" festgelegt, dass der Zweck eines neuen deutschen Reiches die "Erhaltung des rassischen Daseins" sei. Rasse bestimmte für den selbsterklärten "Führer" Geschichte und Zukunft! Die Überzeugung vom mythischen Auftrag, den Anspruch der "Arier" auf Weltherrschaft durchzusetzen, rechtfertigte dabei im Denken der Nationalsozialisten jede Grausamkeit, selbst die systematische Ausrottung ganzer Völker. Der Vortrag setzt sich mit der Entstehung der NS-Rassenideologie, den wichtigsten Akteuren des biologistischen Denkens im Dritten Reich und den Folgen dieser menschenverachtenden Idee auseinander.

Dienstag, 10. Juli 2018
Die kulturellen Folgen der Revolte. Die wilden Jahre der Republik


Prof. Dr. Rudi Schmidt
Die Studentenbewegung der späten 60er Jahre (1965 bis 1969) wird wegen des Übergangs von immanenter Wissenschafts- und Hochschulkritik zum gesellschaftsweiten, z.T. auch militanten Protest, häufig auch als "Studentenrevolte" bezeichnet. Die radikale Infragestellung überkommener Werte und Normen im Kontext autoritätsfixierter, patriarchalischer Konventionen und warenförmigen Austauschbeziehungen hatte weitreichende kulturelle Folgen über die 70er Jahre hinaus. Im Vortrag werden die Einflusswege anhand ausgewählter Beispiele nachgezeichnet und ihre Bedeutung für den kulturellen Wandel wird diskutiert.

Dienstag, 17. Juli 2018
"Fluchtburg" Deutschland? Ursachen, Auswirkungen und Perspektiven der großen Migration


Christian Stegmüller
Seit 2015 haben rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland Asyl beantragt - nie zuvor seit dem 2. Weltkrieg haben binnen so kurzer Zeit so viele Menschen Schutz auf deutschem Boden gesucht. Doch die "Willkommenskultur 2015" ist Geschichte. Über alle Parteigrenzen hinweg besteht Einigkeit, dass es so nicht weitergehen kann. Wie aber kann es weitergehen? Und was ist da vor allem auch in unserem Land eigentlich genau passiert? Wie sieht Asylpolitik heute aus - national wie international? Ein Experte für Migrationsfragen von der Ludwig-Maximilians-Universität München gibt einen Überblick.

Referenten und Referentinnen


Dr. Jamile Do Carmo
Dozentin für Portugiesische Landeskunde, Sprachenzentrum der FAU (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg)
Prof. Dr. Theo Elm
Emeritus am Institut für Germanistik, Department Komparatistik, FAU
Prof. Dr. Maximilian Forschner
Emeritus am Institut für Philosophie, FAU
Prof. Dr. Ralf Frisch
Kirchenrat; Evangelische Hochschule Nürnberg, Fachbereich Systematische Theologie
Dipl.-Psych. Michael Galle-Bammes
Leitung "barrierefrei Lernen" und "Kompetenzen für das Alter", Bildungszentrum Nürnberg
Dipl.-Phys. Johannes Hölzl
Regiomontanus-Sternwarte Nürnberg
Dr. Rüdiger Inhetveen
Ehem. Dozent am Institut für Philosophie und am Lehrstuhl für Theoretische Informatik, FAU
Dr. Heinz Neumann-Riegner
Gymnasiallehrer i. R.; Dozent in der Erwachsenenbildung; Autor
Sonja Pohl, M.A.
Lehrkraft am Citykolleg Nürnberg; Dozentin in der Erwachsenenbildung
Dr. Christine Sauer
Stadtbibliothek Nürnberg, Leiterin der Historisch-Wissenschaftlichen Abteilung
Christian Schäfer, M. Ed.
Historiker u. Romanist; wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutsch-Französischen Instituts (dfi) Erlangen
Prof. Dr. Rudi Schmidt
Emeritus am Institut für Soziologie, Friedrich-Schiller-Universität Jena
Dr. Herbert Sirois
Akademischer Oberrat am Lehrstuhl für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte, FAU
Christian Stegmüller
Wissenschaftlicher Mitarbeiter und organisatorischer Leiter des Praxismoduls "Flüchtlingsrecht" an der Juristischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München
Prof. Dr. Christian Thiel
Emeritus am Institut für Philosophie, FAU
Organisation und Moderation: Peter Gertenbach und Sonja Pohl, M.A.

Kurstermine

# Datum Uhrzeit
1. Di., 06.03.2018 19:00–21:15 Uhr
2. Di., 13.03.2018 19:00–21:15 Uhr
3. Di., 20.03.2018 19:00–21:15 Uhr
4. Di., 10.04.2018 19:00–21:15 Uhr
5. Di., 17.04.2018 19:00–21:15 Uhr
6. Di., 24.04.2018 19:00–21:15 Uhr
7. Di., 08.05.2018 19:00–21:15 Uhr
8. Di., 15.05.2018 19:00–21:15 Uhr
9. Di., 05.06.2018 19:00–21:15 Uhr
10. Di., 12.06.2018 19:00–21:15 Uhr
11. Di., 19.06.2018 19:00–21:15 Uhr
12. Di., 26.06.2018 19:00–21:15 Uhr
13. Di., 03.07.2018 19:00–21:15 Uhr
14. Di., 10.07.2018 19:00–21:15 Uhr
15. Di., 17.07.2018 19:00–21:15 Uhr

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