Studium generale - Sprache im Wandel der Zeit

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Dienstag, 9. Oktober 2018
Laute, Wörter, Sätze und noch viel mehr: Womit befasst sich die Sprachwissenschaft?


PD Dr. Christina Sanchez-Stockhammer
Sprachwissenschaft ist die Wissenschaft, die sich mit Sprache befasst. So weit, so gut. Doch was ist eigentlich Sprache? Sehr viel mehr als nur die Laute, Wörter und Sätze, an die man zuallererst denkt! Unterscheidet sich menschliche von tierischer Kommunikation? Was kann man über Sprache wissenschaftlich forschen? Und welche Methoden werden dafür eingesetzt? Die Referentin stellt die vielseitigen Facetten der (englischen) Sprachwissenschaft vor und berichtet auch aus ihrer eigenen Forschung.

Dienstag, 16. Oktober 2018
Vom Wesen der Sprache: Warum Sprache nicht aus Grammatik und Wortschatz "besteht"


Prof. Dr. Thomas Herbst
In diesem Vortrag soll Einblick in eine neuere Richtung der Sprachwissenschaft gegeben werden, die Sprache vor allem aus der Perspektive der Kognition analysiert. Zunächst soll der Frage nachgegangen werden, warum wir heute so viel mehr über Sprache wissen als vor 50 Jahren bzw. wie die Computerlinguistik unser Bild von Sprache verändert hat. Es wird erläutert, warum es unsinnig ist zu glauben, Sprache bestehe aus Grammatik bzw. Regeln und Wörtern. Letztlich soll gezeigt werden, wie die neue "kognitive" Sprachwissenschaft sich den Prozess des Spracherwerbs bei Kindern vorstellt.

Dienstag, 23. Oktober 2018
Wie kommt der Mensch zur Sprache? Theorien zum Sprachursprung


Sonja Pohl M.A.
Eine Menschheit ohne Sprache ist nicht denkbar, denn Sprache strukturiert, ja ermöglicht erst unser Denken. Und sie ist die Basis der zwischenmenschlichen Kommunikation. Doch wie gelang es den Menschen vor Urzeiten, die Sprache zu erfinden? Oder: Welcher Anlass brachte die Sprache hervor? War es nur eine oder waren es gleich mehrere Sprachen? Welche Wortart verwendete man zuerst? Wir betrachten Sprachursprungstheorien von Platon bis Herder im Kontext ihrer Zeit, vergleichen und prüfen sie auf ihre Brauchbarkeit.

Dienstag, 6. November 2018
Weltbildthese: Sprache als Spiegel der Kultur


Dr. Heinz Neumann-Riegner
Sind die Grenzen meiner Sprache wirklich die Grenzen meiner Welt? Wittgenstein behauptete es nicht als letzter, aber auch nicht als erster unter denen, die über den Zusammenhang unseres Denkens, unserer Weltbilder mit der jeweiligen Sprachstruktur nachdachten. Die Macht der Sprache gilt es also zu evaluieren. Verhext sie tatsächlich unser Denken, schafft sie überflüssige Probleme? Verunmöglicht sie das gegenseitige Verstehen? Die Debatten über den Sprachrelativismus und den "linguistic turn", aber auch die literarischen Ausbruchsversuche aus dem Korsett weltverengender Sprachformen sollen vorgestellt werden.

Dienstag, 13. November 2018
Rettet den Dialekt! Maßnahmen zur Bewahrung des Fränkischen


Prof. Dr. Alfred Klepsch
Im Rahmen des Projekts "Sprachatlas von Mittelfranken", das 20 Jahre lang an der Universität Erlangen angesiedelt war, untersuchten Linguisten mit Hilfe von Fragebögen u.a. Besonderheiten der Aussprache und Wortbildung des Fränkischen. Seit 15 Jahren arbeitet ein Gemeinschaftsprojekt der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der FAU daran, den Wortschatz des Fränkischen für die Nachwelt zu dokumentieren. Die digitale Datenbank wächst dabei stetig. Der Dialekt verliert im Alltag aber immer mehr an Bedeutung. In welchen Bereichen erhält sich die Mundart am besten? Sind die Sprecher eher männlich oder weiblich? Und: Sollte man Dialekte gezielt fördern, z.B. in der Schule?

Dienstag, 20. November 2018
Mit Sprache über Sprache sprechen: Kommunikationstheorien von Saussure bis Derrida


Steffen Lesle
Sprache erlaubt Kommunikation, zieht Grenzen und vieles mehr. Was ist aber der Gegenstand all dieser Diskussionen um Sprache und Sprachverwendung? Betrachten wir besser ein überzeitliches Regelsystem, das hinter der Sprache liegt, oder erschöpft sich Sprache im konkreten Akt des Sprechens? Wie folgt aus Sprache die Möglichkeit der Kommunikation? Anhand der Diskussion verschiedener Autoren soll in diesem Vortrag ein Überblick über die Sprachdebatte im 20. Jahrhundert gegeben werden.

Dienstag, 27. November 2018
Sprache im Coaching: Das Verstehen der eigenen Person durch Sprache fördern


Dr. Uwe Fahr
Coaching ist ein Verfahren, das dazu dient, nach der eigenen beruflichen Rolle zu fragen und sich selbst besser zu verstehen. Sprache stellt den zentralen Schlüssel dazu dar. Wie Sprache im Coaching eingesetzt wird, lässt sich mit Stichworten wie dem szenischen Verstehen, der Aufstellung und Visualisierung von zentralen Beziehungen umschreiben. Die nonverbale Kommunikation bildet in dem Zusammenhang einen weiteren wichtigen Aspekt. Der Vortrag beleuchtet, inwiefern Sprache in diesem sehr spezialisierten Arbeitsgebiet das Selbstverständnis des Ratsuchenden fördern kann.

Dienstag, 4. Dezember 2018
Der Sprache auf den Grund gehen: Griechische und lateinische Fremdwörter


Dr. Christine Ganslmayer
Als sog. Gebersprachen haben die für tot erklärten Sprachen Latein und Altgriechisch im Deutschen ebenso wie in den übrigen Sprachen des europäischen Kulturraums vielfältige Spuren hinterlassen. Der Vortrag thematisiert, wie und zu welcher Zeit lateinische und griechische Wörter bzw. Wortbausteine ins Deutsche entlehnt worden sind. Woran kann man diesen Wortschatzausschnitt heute noch erkennen? In welchen sprachlichen Domänen begegnet er? Welche Einstellung hatte und hat man zu diesem Teil des Fremdwortschatzes und welche Wirkung lässt sich durch die Verwendung von Latinismen und Gräzismen erzielen?

Dienstag, 11. Dezember 2018
Einflüsse des Französischen im Deutschen und seinen Dialekten - Entlehnungswege und geschichtlicher Zusammenhang


Dr. Roger Schöntag
Bevor das Französische als internationale Verkehrssprache vom Englischen abgelöst wurde, war es jahrhundertelang die Prestigesprache Europas, zunächst des Adels, dann auch des Bürgertums. Wer etwas auf sich hielt, bemühte sich, Französisch zu sprechen. Es ist also kein Wunder, dass in dieser langen Zeit des französischen Einflusses auch etliche Wörter ins Deutsche entlehnt wurden (z.B. Trottoir, Limonade, Bonbon, Likör). Die als Gallizismen bezeichneten Entlehnungen finden sich in vielen Bereichen der deutschen Sprache, aber auch in einzelnen Dialekten. Was ist ein Potschamperl und welches Gericht verbirgt sich hinter Böflamott?

Dienstag, 18. Dezember 2018
Denglisch: Sprachverfall oder Bereicherung?


Dr. Peter Uhrig
Die Omnipräsenz englischer Ausdrücke im Alltag wird von manchen Menschen als Bedrohung für die deutsche Sprache wahrgenommen. Ähnliche Befürchtungen gibt es in anderen Ländern, in denen zum Teil von staatlicher Seite sprachpflegerisch eingegriffen wird, während in Deutschland dergleichen bislang unterbleibt. Der Vortrag beginnt mit einer Bestandsaufnahme und untersucht dann die Argumente, die in diesem Zusammenhang vorgebracht werden, aus sprachwissenschaftlicher Sicht.

Dienstag, 8. Januar 2019
Hoheit über die Sprache? Sprachpflege, Normierung und Reform


Andreas Blombach M.A. / Joachim Peters M.A.
Schon viele haben versucht, Einfluss auf Wortschatz, Grammatik und Rechtschreibung des Deutschen auszuüben. Die Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts brachten nicht nur Eindeutschungen wie "Anschrift" oder "Augenblick" hervor, sondern auch Wörterbücher und Grammatiken. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Orthographie einheitlich und offiziell geregelt, in der Folge aber praktisch vom Duden verwaltet und weiterentwickelt - bis zur umstrittenen Reform von 1996. Welche Motive gab es für solche Bemühungen, und wie erfolgreich waren sie?

Dienstag, 15. Januar 2019
Vielfalt und Einheit der deutschen Sprache: eine Bestandsaufnahme


Prof. Dr. Eva Breindl
Die "deutsche Sprache" nehmen wir als Einheit wahr, die sich von anderen Sprachen abgrenzen und in Wörterbüchern und Grammatiken beschreiben lässt. Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass sie, wie jede gewachsene und lebendige Kultursprache, aus einem Bündel von Varietäten (Regionalsprachen, stilistischen Registern, Fach- und Sondersprachen usw.) besteht und sich dynamisch weiterentwickelt. Das bedingt ein Nebeneinander von Varianten, das bei den Sprachbenutzern zu Unsicherheiten führen kann. Die "Architektur der Sprache" soll vorgestellt und aktuelle Zweifelsfälle des Deutschen sollen exemplarisch behandelt werden.

Dienstag, 22. Januar 2019
Sprachwandel: Warum und nach welchen Regeln verändern sich Sprachen?


Prof. Dr. Ludwig Fesenmeier
Dass sich die Zeiten ändern, ist ein seit Ovid viel besungenes Phänomen, das sich auch im Sprachlichen manifestiert: So ist zum Beispiel das Italienische Ergebnis kontinuierlicher Veränderungen seit der lateinischen Antike, Veränderungen, die sich einerseits bestimmten Ausdrucksabsichten verdanken, sich andererseits aber dem Einfluss des einzelnen Sprechers entziehen. Der Vortrag möchte anhand des Italienischen Ursachen und Regelmäßigkeiten von Phänomenen des Sprachwandels aufzeigen. Vorkenntnisse sind selbstverständlich nicht erforderlich.

Dienstag, 29. Januar 2019
Sprech- und Schreibstörungen sowie deren Ursachen: Einblicke in das Forschungsfeld der Patholinguistik


Dr. Markus Schiegg
Die Patholinguistik beschäftigt sich mit Sprachstörungen individueller Sprecher und Schreiber. Diese erscheinen im Spracherwerb sowie im Sprachbesitz und können organisch oder nicht organisch bedingt sein. Der Vortrag liefert zunächst einen Einblick in die Patholinguistik, indem er dieses Forschungsfeld anhand der wichtigsten Sprachstörungen umreißt. Anschließend werden Briefe von Patienten psychiatrischer Anstalten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts vorgestellt, deren Auffälligkeiten in Schrift und Sprache unter anderem auf psychische Erkrankungen zurückgeführt werden können.

Dienstag, 5. Februar 2019
Moderne Sprachvermittlung: Wie lernt man am besten eine Fremdsprache?


Prof. Dr. Thorsten Piske
Der Fremdsprachenunterricht hat sich nicht nur in Deutschland bereits im Laufe des 20. Jahrhunderts sehr stark verändert. Heute folgt man einem kommunikativen Unterrichtsmodell, das allerdings auf unterschiedliche Weise umgesetzt werden kann. In diesem Vortrag, wird zunächst dargestellt, wie sich der Fremdsprachenunterricht im Laufe der Zeit verändert hat, um danach zu erläutern, welche Ziele er in Deutschland heute verfolgt. Dabei werden verschiedene Unterrichtsansätze zum Erreichen dieser Ziele im Hinblick auf ihre Möglichkeiten und Grenzen untersucht.

Referenten und Referentinnen


Andreas Blombach M.A.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Germanistische Sprachwissenschaft, FAU Erlangen-Nürnberg
Prof. Dr. Eva Breindl
Professur für Germanistische Linguistik mit Schwerpunkt Deutsch als Fremdsprache, FAU Erlangen-Nürnberg
Dr. Uwe Fahr
Mitarbeiter am Fortbildungszentrum für Hochschullehre, FAU Erlangen-Nürnberg; Ethikberatung und Supervision im Gesundheitswesen
Prof. Dr. Ludwig Fesenmeier
Professur am Institut für Romanistik (Sprachwissenschaft), FAU Erlangen-Nürnberg
Dr. Christine Ganslmayer
Akademische Rätin am Lehrstuhl für Germanistische Sprachwissenschaft, FAU Erlangen-Nürnberg
Prof. Dr. Thomas Herbst
Vorstand am Department of English and American Studies, Chair of English Philology and Linguistics, FAU Erlangen-Nürnberg
Prof. Dr. Alfred Klepsch
Redakteur des Fränkischen Wörterbuchs, Department für Germanistik, FAU Erlangen-Nürnberg
Steffen Lesle
Doktorand und Lehrbeauftragter am Institut für Philosophie, FAU Erlangen-Nürnberg
Dr. Heinz Neumann-Riegner
Gymnasiallehrer i. R.; Dozent in der Erwachsenenbildung; Autor
Joachim Peters M.A.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Germanistische Sprachwissenschaft, FAU Erlangen-Nürnberg
Prof. Dr. Thorsten Piske
Lehrstuhl für Fremdsprachendidaktik mit Schwerpunkt Didaktik des Englischen, FAU Erlangen-Nürnberg
Sonja Pohl M.A.
Lehrkraft an der CK-Akademie Nürnberg; Dozentin in der Erwachsenenbildung
PD Dr. Christina Sanchez-Stockhammer
Akademische Oberrätin am Lehrstuhl für Moderne Englische Sprachwissenschaft, LMU München
Dr. Markus Schiegg
Leiter der Nachwuchsforschergruppe "Flexible Schreiber in der Sprachgeschichte", Lehrstuhl für Germanistische Sprachwissenschaft, FAU Erlangen-Nürnberg
Dr. Roger Schöntag
Akademischer Rat am Institut für Romanistik (Sprachwissenschaft), FAU Erlangen-Nürnberg
Dr. Peter Uhrig
Vertretung der Professur für Computerlinguistik und Kognitionswissenschaft, Universität Osnabrück
Organisation und Moderation: Peter Gertenbach und Sonja Pohl, M.A.

Hinweise

Achtung: Kurs fällt am 18.12.18 aus - Nachholtermin 12.02.2019

Dr. Roger Schöntag Kursleitung


Prof. Dr. Thorsten Piske Kursleitung


Dr. Christine Ganslmayer Kursleitung


Dr. Heinz Neumann-Riegner Kursleitung


Joachim Peters M.A. Kursleitung


Prof. Dr. Alfred Klepsch Kursleitung


Prof. Dr. Ludwig Fesenmeier Kursleitung


Dr. Markus Schiegg Kursleitung


Andreas Blombach Kursleitung


PD Dr. Christina Sanchez-Stockhammer Kursleitung


Prof. Dr. Eva Breindl Kursleitung


Prof. Dr. Thomas Herbst Kursleitung

Kurstermine

Dieser Kurs läuft bereits. Vergangene Termine einblenden.

vergangene Termine

# Datum Uhrzeit
1. Di., 09.10.2018 19:00–21:15 Uhr
2. Di., 16.10.2018 19:00–21:15 Uhr
3. Di., 23.10.2018 19:00–21:15 Uhr
4. Di., 06.11.2018 19:00–21:15 Uhr
5. Di., 13.11.2018 19:00–21:15 Uhr
6. Di., 20.11.2018 19:00–21:15 Uhr
7. Di., 27.11.2018 19:00–21:15 Uhr
8. Di., 04.12.2018 19:00–21:15 Uhr
9. Di., 11.12.2018 19:00–21:15 Uhr
10. Di., 08.01.2019 19:00–21:15 Uhr
11. Di., 15.01.2019 19:00–21:15 Uhr

anstehende Termine

# Datum Uhrzeit
12. Di., 22.01.2019 19:00–21:15 Uhr
13. Di., 29.01.2019 19:00–21:15 Uhr
14. Di., 05.02.2019 19:00–21:15 Uhr

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